#:~/home/welt/indien/

Reise durch Indiens Norden, Juli 1998

von Joachim M. Brod

8. Kapitel: Jaisalmer, 15. - 16. Juli

Nachdem wir schließlich die Wäsche auch noch in unsere Rucksäcke gepackt hatten, gingen wir zum Bahnhof. Wir hatten noch etwas Zeit, denn der Zug fuhr erst um elf Uhr, und so konnten wir im Bahnhofsrestaurant unsere Abendmahlzeit einnehmen.
Dann begann die erste Nachtzugfahrt meines Lebens. Die Anordnung der Liegen habe ich ja schon beschrieben. Sie wurden jetzt heruntergeklappt, nachdem der Schaffner durchgekommen war und die Fahrkarten kontrolliert und die Namen mit denen auf seiner Reservierungsliste verglichen hatte.
Ich habe immer auf der oberen Liege geschlafen. Da war es zwar sehr eng, ich hatte vielleicht 50cm Platz bis zu Decke, und direkt neben mir dröhnten die Ventilatoren. Ich konnte da oben aber wirklich sehr gut schlafen, mit meiner Stofftasche, gefüllt mit Photo, Flaschen und Büchern unter dem Kopf, der Mineralwasserplastikflasche zwischen den Beinen - es war sehr gemütlich, wenn nach und nach die Lichter ausgingen, die Gespräche verstummten und der Zug gemächlich über die Gleise ratterte! Die unteren Abteile hatten entweder den Nachteil, daß sie stickig waren oder der Fahrtwind hereinpfiff, zusammen mit verschiedenen Käfern. Deshalb habe ich mich gerne in die etwas abgelegenen oberen Betten gelegt.
Jonas hat diese Nacht überhaupt nicht geschlafen, denn angeblich hat ein indischer Mitreisender die ganze Fahrt lang auf uns und unser Gepäck gestarrt. Da wollte er es lieber nicht aus den Augen lassen! Wir hatten natürlich kein Schloß dabei und keine Kette, um die Gepäckstücke an den Bändern festzusperren, die zu diesem Zweck unter der unteren Liege angebracht waren. Unsere indischen Reisegenossen schlossen alle ihr Gepäck an, weshalb ich vermute, daß die Geschichten über die Diebstahlhäufigkeit nicht erfunden sind. Uns ist allerdings nie etwas abhanden gekommen.
Wir haben unser Gepäck entweder auf dem Boden unter die Bänke geschoben, wo wir auch unsere Schuhe deponierten, oder auf eine freie Liege gelegt und dann mit den Schnallen so festgeschnallt, daß es einiger Zeit bedurft hätte, die Rucksäcke wegzunehmen.
Jetzt im nachhinein muß ich sagen, daß die Zugfahrten mit zu den schönsten Erlebnissen in Indien zählten.

Jaisalmer, die alte Karawanenstadt in der Wüste Thar, Indiens "Golden City", erreichten wir um 6:30 Uhr am Morgen des 15. Juli.
De Bahnhof war recht klein und jetzt, am frühen Morgen, noch ganz menschenleer. Wir verließen die den Bahnsteige, die hier offener angelegt waren als in den bisherigen Bahnhöfen und liefen nach Jaisalmer. Die Wegstrecke betrug zu Fuß etwa eine Viertelstunde.
Aufdringlich sind hier in Jaisalmer nicht die Rikshafahrer, sondern die Agenten der Hotelbesitzer. Diese lauern am Bahnhof und auf der Straße den Touristen auf, um sie zu ihrem Hotel zu führen. Das war wirklich ganz spaßig: Im Laufe der Zeit haben sich richtig viele um uns versammelt und redeten auf uns ein ("very cheap room, 150 Rupees only, three windows, airconditioned, deluxe! Come to our Hotel! It?s the best in town!"). Wir waren schließlich in Indien, und so beschränkten sich die Agenten natürlich nicht nur auf Worte, sondern schubsten uns herum und machten auf sich aufmerksam, indem sie sich uns in den Weg stellten. Die Aufdringlichkeit ist eine Folge des harten Konkurrenzkampfes der Hotelbesitzer in Jaisalmer, und wir waren ja nicht in der Hauptreisesaison hier, so daß wir begehrte Kundschaft darstellten. Nach einiger Zeit gesellte sich ein etwas orientalisch aussehender Mann zu uns und versuchte, die Häscher zu verscheuchen: "Don?t hazard the tourists!" Wen wundert es, daß es nicht lange dauerte, bis sich herausstellte, daß die vermeintliche Hilfe nur ein Trick war, und jetzt machte auch er lautstark Werbung. "Don?t look in your bible!" Mit "bible" meinte er unsere Reiseführer, in denen die besten Hotels aufgeführt sind. Zugegebenermaßen sprach er hier einen wunden Punkt an; in Jaisalmer sahen wir ein Plakat, das auf ein neueröffnetes Hotel aufmerksam machte mit den Worten (sinngemäß): This hotel is not in your "bible" (lonely planet)! Give us a chance, visit our hotel and convince yourself of its quality!" Die Reiseführer bilden hier anscheinend einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor, und ein neues Hotel, das noch nicht aufgenommen wurde, kann wohl große Schwierigkeiten haben.
Wir zogen also mit unserem Gefolge in die Stadt, Jonas beschwerte sich die ganze Zeit über unsere Geldscheißerei, weil wir nicht mit der Riksha gefahren waren. Dort angekommen, stellte sich die Frage, wo das Fort sei. Die Anwerber begriffen, was wir suchten, und nun brach eine rege Diskussion aus: Jeder zeigte in eine andere Richtung und behauptete, daß dort ganz sicher das Fort zu finden sei. Es brach ein phantastisches Geschrei und Gestikuliere aus, da natürlich jeder in die Richtung zeigte, wo sein Hotel lag!
Wir kümmerten uns jetzt einfach nicht mehr um den verrückten Haufen und liefen auf gut Glück los. Man muß den Hotelagenten allerdings eine gute Ausdauer anerkennen, denn einzelne sind noch durch die ganze Stadt mit uns mitgelaufen. Wir fanden auch den richtigen Weg zum Fort. Mit unseren schweren Rucksäcken konnten wir noch nicht die richtige Begeisterung für die schöne Stadt aufbringen, aber deutlich fiel hier schon die Ruhe auf. Es wirkte alles ganz kleinstädtisch, es gab keine riesigen Verkehrsstraßen, und überhaupt war hier nicht so viel hektischer Betrieb. Das lag natürlich zum Teil an der Uhrzeit, war aber dennoch einer der positiven Aspekte der Stadt. Man sollte sie sich auf keinen Fall entgehen lassen, wenn man in der Gegend ist!
Im Fort liegt die Altstadt, die früher einmal die ganze Stadt gewesen war. Jetzt sind um sie herum die neuen Gebäude angesiedelt. Der Weg in das Fort war eine steile, gepflasterte Straße. Sie führt in engen Kurven durch mehrere Tore an den Außenmauern entlang, die teilweise schon einstürzen. Auf dem Weg liefen mehrere schwarze Ziegen herum. Die ganze Stadt innerhalb des Forts war aus ocker-braunen Steinen erbaut und verbreitete eine golden-orange Stimmung.
Auf dem Weg sahen wir ein kleines Mädchen, das, weil es wahrscheinlich keine sanitären Einrichtungen wie Toiletten in seiner Wohnung gab, den Platz neben der Haustür zum selben Zweck benutzte. Die Haustür führte direkt auf die enge Straße.
In unserem Reiseführer hatten wir von einem schön gelegenen Hotel gelesen, das sich auf einem Hügel in der Altstadt, also im Fort befand und neben schön ausgestatteten Zimmern einen herrlichen Ausblick auf Jaisalmer und den Sonnenuntergang bot. Wir haben es nicht genommen. Zwar sind wir hingelaufen, und es war wirklich schön, die Besitzer nett, die Zimmer bunt möbliert und alles in einem verwinkelten Haus mit einer großen Terrasse untergebracht. Es hatte aber keine Klimaanlage. Auf dieser bestanden Jonas und ich. Wer der Meinung ist, wir wären nicht recht bei Trost gewesen, mag recht haben, soll aber mal versuchen, in einer Wüstenstadt in einem unklimatisierten Zimmer zu schlafen. Wir hatten, sehr zu Daniels Leidwesen, keine Lust dazu.
Jonas und ich gingen los, um den RTDC Tourist Bungalow zu begutachten. Wenn man Daniels Angaben Glauben schenken darf, haben wir schon während der Zugfahrt genörgelt und darauf gedrängt, in dieses Hotel zu gehen. Ich halte das für etwas übertrieben. "Der RTDC Tourist Bungalow liegt allzu weit außerhalb der Altstadt und zudem in einer langweiligen Gegend. Diesen Nachteil können auch die recht passablen Zimmer nicht aufwiegen." Dieser Auszug aus dem Reiseführer charakterisiert das Hotel treffend. Jonas und ich mieteten ein Dreierzimmer, und dann liefen wir zurück, um Daniel zu holen, der bei dem ersten Hotel mit unserem Gepäck auf uns wartete. Dann liefen wir mit Gepäck noch einmal durch die halbe Stadt und begaben uns in unser Zimmer. Es war gar nicht so klein und hatte einen Holzpfosten in der Mitte. Es gab ein Doppelbett und noch ein zusätzliches. Ein großer Schrank mit Spiegel stand an der Wand, und daneben die Tür zum Badezimmer, mit Badewanne! Die Hauptsache aber war die Klimaanlage, die in die Wand eingebaut war. Sie hatte viele Raffinessen, wie zum Beispiel regelbare bewegliche Lüftungsschlitze. Wir stellten sie auf die kälteste Stufe, richteten sie auf die Betten aus und legten uns hin und schliefen.
Wer der Meinung ist, wir wären nicht recht bei Trost gewesen, mag Daniels Initiative gutheißen, der nach ein, zwei Stunden allein losgelaufen ist, um sich die Stadt anzuschauen. Aber wir haben eben einen Schlafanfall bekommen, da konnte man nichts machen. Später sind wir alle drei durch Jaisalmer gewandert.
Gegessen haben wir im Restaurant Trio, welches sehr zu empfehlen ist. Das Essen schmeckt ausgesprochen gut, die Tische sind liebevoll gedeckt und wir wurden freundlich bedient. Die Tische stehen auf dem Dach eines Gebäudes, mit einem großen Zelt darüber, das an zwei Enden offen ist. Die Zeltwände waren mit Girlanden und Bildern geschmückt. Um auf das Dach zu kommen, muß man eine steile, verwinkelte Treppe, teilweise fast eine Leiter, erklimmen. Hinter dem Zelt geht das Dach noch ein ganzes Stück weiter, und von hier aus kann man das Fort betrachten, das in wenigen hundert Meter Entfernung beginnt.
In einer Gasse in der Nähe des Trio gibt es zwei bemerkenswerte Geschäfte. In einem von den beiden kann man Eier kaufen. Es ist ein typisch indisches Geschäft, ein kleiner, auf die Straße führender Raum mit einer Theke vorn, ungefähr drei Meter breit und ebenso tief, und der ganze Raum war bis auf den Platz für den Verkäufer mit Eiern vollgestapelt. Hier standen tausende von Eiern! Man bedenke die Hitze in Jaisalmer (in der Wüstenstadt herrschten tagsüber zwischen 40 und 50 Grad im Schatten). Außerdem habe ich in Indien kein einziges Huhn gesehen. Das ist wirklich sehr verwunderlich, denn ansonsten wimmelt es hier geradezu von Tieren. Es gibt hier so viele, daß die Inder sie sehr unfreundlich behandeln. Ein kräftiger Tritt gegen einen Hund oder eine Katze ist keine Seltenheit, und die allesamt ausgehungerten Tiere scheinen ihnen überhaupt nicht leid zu tun.
In unseren industrialisierten Staaten oder gar Städten ist der Anblick eines freilebenden Tieres schon eine Seltenheit. Hier allerdings zogen Ziegenherden durch die Gassen, wurden wir von abgemagerten Hunden verfolgt, saß an jeder Wand ein Gecko, auf jedem Mast ein exotischer Vogel, hier lief ein Kamel herum, dort schaute ein Elefant um die Ecke, die Straßen waren von Kühen verstopft, ab und zu erblickten wir auch mal einen Pfau, Katzen streunten überall durch die Gegend - in Indien überhaupt nichts besonderes, und so werden die Tiere sehr herablassend behandelt, wenn man sie denn überhaupt beachtet.
Der zweite bemerkenswerte Laden war ein Buchgeschäft. Es war nur sehr klein, aber auch überladen mit allen möglichen Büchern in Hindi und Englisch sowie vereinzelt anderen Sprachen, zum Beispiel auch Deutsch. Ich vermute, daß diese Exemplare Hinterlassenschaften von Durchreisenden waren, die nicht wie ich voll Freude zwei Kilo Bücher durch die Gegend schleppen. Naturgemäß hielten wir uns lange hier auf.
Am Abend waren wir wieder in unser Hotel zurückgekehrt. Das Zimmer hatte wegen der Klimaanlage verriegelte Fenster und war völlig nach außen abgedichtet. Irgendwie mußte aber trotzdem ein Moskito hereingekommen sein. Wir lagen arglos in unseren Betten und lasen oder dösten, als wir ihn sahen. Es begann nun eine Jagd, die mindestens eine halbe Stunde dauerte. Der Moskito war immer nur einen kurzen Augenblick lang zu sehen, dann war er wieder verschwunden. Wir durchstöberten das ganze Zimmer, schoben die Betten auseinander, klopften die Wände ab. Unzählige Male hielten wir diverse Flecken an der Wand oder irgendwelche Stäube für das Raubtier. Endlich hatten wir ihn lokalisiert, und ich näherte mich ihm langsam, um ihn nicht zu aufzuschrecken und dann zu erschlagen. Leider ist er im letzten Moment doch weggeflogen, was Jonas und Daniel sehr in Wut gegen mich brachte. Nach einigen weiteren Minuten hat Jonas ihn dann endlich erwischt, und wir feierten den Sieg mit lautem Jubelgeschrei. Später versuchte ich, die Stimmung zu meinen Gunsten zu wenden, indem ich im Badezimmer ganz allein einen weiteren Moskito erlegte, aber ohne großen Erfolg.
Das Bad verdient auch eine eigene Beschreibung. Während die Klimaanlage in Betrieb ist, gibt es nur heißes Wasser, hat uns der Hotelbesitzer erklärt. Da die Klimaanlage ununterbrochen in Betrieb war, bereitete das Baden kein großes Vergnügen. Außerdem war der Temperaturunterschied zu dem gekühlten Zimmer so groß, daß wir jedesmal einen Hitzschlag bekamen, wenn das Bad betraten. (Gleiches galt natürlich in viel stärkerem Maße für den Fall, daß wir unser Zimmer verließen und ins Freie traten). Die Klospülung funktionierte auch nicht richtig, so daß wir wieder mit dem obligatorischen Eimer spülten.

Donnerstag, 16. Juli 1998.<
Auch den heutigen Tag haben wir wenigstens teilweise, mehr als den letzten, dazu genutzt, die Stadt anzuschauen.
So gut wie jeder der Bewohner Jaisalmers, den wir trafen (und das waren natürlich sehr viele) stellte uns eine der folgenden Fragen: "What?s your Name?" "Where are you from?" Zwar wurden wir das überall in Indien gefragt, aber hier in Jaisalmer häuften sich die Zahl der Fragen extrem. Deshalb gaben wir nach dem fünfzigsten Mal nur noch Antworten, die nicht mehr ganz der Wahrheit entsprachen. Will heißen, wir machten uns einen Spaß daraus, uns gegenseitig mit der Originalität der Antworten zu übertrumpfen. Ich weiß nicht, ob die neugierigen Inder Verdacht geschöpft haben, als wir angaben Holland, Island, Togo, Disneyland... Unsere Namen wechselten von Jonas, Daniel und Joachim zu Peter, Adolf usw. Und was wir alles studierten, hab ich schon längst wieder vergessen.
Die allermeisten der kontaktfreudigen Inder, das sei in diesem Zusammenhang nochmals deutlich gesagt, waren nicht etwa auf neue Bekanntschaften oder Erkenntnisse aus, sondern auf unser Geld. Von Kamelsafaris über Andenken, Flugtickets, vor allem aber Tücher und Stoffe boten sie uns nach den ersten freundlichen Worten alles an.
Es folgt hier wieder ein kleiner Exkurs, und zwar hinsichtlich der Aussprache der indischen Städtenamen: Das "j" wird fast wie "ds" ausgesprochen, wie eine Mischung aus "dsch" und "ds". "ai" klingt oft wie "ä", und so heißen die Städte wirklich: "Dsäislmer", "Dsodhpur", "Nänidall", "Dsäpur", "Udäipur", "Amdabad", "Djú", "Dällhi". Spricht man die Städte anders aus, wird man häufig nicht verstanden: "Nainital" war den meisten Indern unbekannt, von "Nänidall" hatte jeder schon gehört.
Hier in Jaisalmer haben wir ab und zu von Daniels "Taj-Mahal-Tee" gekocht. Den dazugehörigen Zucker konnten wir an einer Bude direkt vor unserem Hotel kaufen. Hier gab es auch ekligen abgepackten Kuchen und Mineralwasser. Unser Hotel hatte einen großen Garten, an dessen einer Seite in einem flachen Gebäude die einzelnen Zimmer untergebracht waren. Es war so heiß draußen, daß es jedesmal endlose Diskussionen gab, wer nun die hundert Meter zu der Bude laufen sollte, um Zucker, Kuchen oder Mineralwasser zu besorgen! Auch ein Schachspiel an einem Tisch vor unserem Zimmer haben wir bald aufgegeben wegen der Hitze.
Am Nachmittag sind wir durch die Altstadt gelaufen, um ein paar schöne Aufnahmen zu machen. Ich habe kein einziges Photo gemacht, da es einerseits sehr viele lohnenswerte Motive gab und ich mich andererseits nie entscheiden konnte, diesen Tempel oder jene Fassade eines Haveli nun wirklich zu photographieren. Dies finde ich im Nachhinein sehr ärgerlich. Ich bin zwar kein Anhänger des sogenannten Phototourismus, aber zur Erinnerung sind ein paar gute Aufnahmen doch immer ganz hilfreich. Nun ja, es machte dennoch Spaß, durch die engen Gassen zu laufen und auf immer neue Tempel und Reisebüros und Havelis und Tuchgeschäfte und schöne Treppen und Telephonläden und Ziegenherden zu stoßen.
Gegen Abend bin ich mit Daniel ins Trio zum Essen gegangen, während Jonas zurück zum Hotel und dann etwas hinaus auf eine Anhöhe in der Wüste gelaufen ist, um das von der untergehenden Sonne angestrahlte Fort zu photographieren. Leider hat er seine Kamera vergessen, und bis er sie geholt hat, war die Sonne schon untergegangen.
Daniel und ich konnten den Sonnenuntergang von der Dachterrasse des Trio auch nur eingeschränkt bewundern, denn ganz entfernt am Horizont war eine dichte Wolkenschicht, so daß die Sonne hinter den Wolken verschwand und nicht hinter dem Horizont. Es war aber trotzdem sehr schön.
Der Kellner im Trio hat uns wahrscheinlich noch von gestern gekannt, er war jedenfalls besonders freundlich, und wir haben uns gut unterhalten, hauptsächlich über Daniels Pickel, von denen merkwürdig viele Inder fasziniert waren. Die Hauptthese, die vertreten wurde, war, daß sie von der ungewohnten Sonneneinstrahlung kamen.
Das Essen war ausgezeichnet, und mit der Rechnung präsentierte uns der Kellner einen kleinen Fragebogen, auf dem wir ankreuzten, daß wir die Umgebung schön fanden, die Bedienung freundlich und das Essen sehr gut. Über das Trio Restaurant läßt sich wirklich nur Gutes sagen, und ich hoffe, das ändert sich nicht. Schließlich war es Zeit aufzubrechen, denn wir sind an diesem Abend mit dem Nachtzug nach Jodhpur zurückgefahren.
Ich erinnere mich noch daran, wie wir in der Dunkelheit mit unseren Rucksäcken durch die stille Stadt zum Bahnhof gelaufen sind. Es hat uns wirklich leid getan, diesen schönen Ort wieder zu verlassen.

Daniel Zimmel 2001 - 2012 | written in GNU Emacs  | last modified 09/07/06 (12:15)