Schnorchelfabrik Weblog : minimal blogging redux


Schnipsel zur Netzkultur, Informations-Allmende und Randgebieten

Montag, 17. Januar 2005

In der Prager Unibibliothek
Durch die enorme Leistungsfähigkeit meiner Lärmstop-Ohrwatteersatzstoffstecker konnte ich die sehr lauten Geräusche der Musik und des flotten studentischen Tanzschrittes über mir ausblenden, und so schlief ich doch recht angenehm bis acht Uhr morgens durch. Zum Frühstück gab es einen Teller zur Auswahl, wahlweise mit Joghurt, Apfel, Käse oder Wurst. Ich wurde nicht richtig satt von den zwei Scheibchen Brot, zumal der Apfel schon ins verfaulende Stadium eingetreten war. (...) Nach getanem Biss ging ich ins Klementinum. Hier hat die tschechische Nationalbibliothek, die beinahe sechs Millionen Bände und einen sehr umfangreichen Altbestand ihr eigen nennt, ihren Sitz. Ich erwarb nach kurzem Plausch mit der Bibliothekarin an der blumenbewachsenen Infotheke eine Mitgliedschaft (etwa eine Mark Monatsgebühr) und somit die hochoffizielle Erlaubnis, an dem uniformierten Sicherheitsbeamten in den Lesesaal vorzudringen. Dieser ist etwa 20 Meter hoch, von barocker architektonischer Gestaltung und angereichert mit Studenten, die im Zustand höchster Konzentration Wissen in sich aufsogen. Am Platz Nummer 92 ließ ich mich hernieder und schrieb ein paar Zeilen ins Tagebuch.

weiterlesen in meinen Reisenotizen Mit dem Zug ins Baltikum vom März 2001!

um 23:31 in /biblio  [#]

Damenabend (Betrachtungen des Spiels, III)
Heute: Frauen.
Männer spielen, wenn sie spielen. Frauen schätzen ein geselliges Beisammensein mit Schnittchen und vielen verschiedenen Themen und können dabei auch Karten in der Hand halten.
Soweit die großartige Fanny Müller über ihr Geschlecht. Stimmt aber gar nicht. Erst gestern habe ich mit einem reizenden Frauenduo in den besten Jahren eine hervorragende Partie Karten gezockt. Der obligatorische Klatsch diente dabei offensichtlich nicht der Geselligkeit, sondern der möglichst effizienten Verminderung meiner eigenen männlichen Gewinnchancen durch Ablenkung. Nächstes Mal lieber wieder Strategiepöppel verrücken unter Männern.

Fanny Müller, Wenn Frauen zu sehr Rommé spielen, in: Mein Keks gehört mir (Berlin 1997).

um 23:24 in /literatur  [#]