Sonntag, 14. November 2004
Croissant (Wissenslücken, III)
Die schönste Zusammenfassung über die Entstehungsgeschichte des
Croissant, des der Legende nach nicht naturgemäß französischen,
sondern durch Marie Antoinette importierten Ösi-Gebäcks, findet sich
im dankenswerterweise immer noch frei zugänglichen ZEIT-Archiv,
verfasst von Urs Willmann 2001:
Auf der
einen Seite die belagernden Ottomanen, physisch nicht in der Lage, ins
Bollwerk Wien einzudringen. Da griffen sie zur Waffe, die jeden
Schützen-, Burg- und ideologischen Graben überwindet. Sie quälten die
eingekesselten Wiener mit Schwaden verdunstenden Bohnenwassers. Aber
auch die Wiener kannten kein Pardon. Sie nahmen sich den roten
Halbmond der Türkenflagge vor, schoben ihn - geformt aus Mehl und
Wasser - in den Ofen und signalisierten mit dem entweichenden Duft den
Angreifern: Vergesst das Unternehmen! Haut ab! Wir haben noch zu
essen, euer Mond ist unser Fraß!
um 23:18 in /rest [#]
