Schnorchelfabrik Weblog : minimal blogging redux


Schnipsel zur Netzkultur, Informations-Allmende und Randgebieten

Dienstag, 12. Oktober 2004

Babarobot
Vor der Hamburger Fabrik musste erst trunkene russische Jugend passiert werden, dann hatte ich auch schon ein Exemplar in den Händen. Die russische Ska/Rock/Punk/Soul/-sonstwas-Band Leningrad, angeblich mit Moskauer Auftrittsverbot heilig gesprochen, hat ein neues Album, das gibts hierzulande nämlich nicht in den Läden, sondern nur auf Tour. Es ist recht eigenartige Musik darauf für diese Band (aber tolle Ohrwürmer). Des Kyrillischen nicht mächtige Zeitgenossen können in der St. Petersburg Times nachlesen: The plot of "Babarobot" is ridiculous. Three redneck teenagers get fixed up with a job at a factory, where in accordance with the current times no wages are paid but meals are offered instead. As they do not have to do any work either, they pass their time at a beer kiosk where they get the great idea to sell one of them - appropriately nicknamed "Robot" - as a housekeeping robot. The man who buys the alleged robot falls in love with him and buys two tickets to the Russian southern resort of Gelendzhik, supposedly a dream destination in Soviet times. However, the train does not reach Gelendzhik, because it is blown up by terrorists.

um 22:44 in /schrift  [#]

Bücher, schöne Mädchen (und Kafka)
Der Buchmarkttrend geht zu billigem Klassikerverramsche, doch Achtung, der geübte Leser achtet darauf, dass die Rücken in seinem Bücherregal auch bloß keine pöbeligen BILD-Lettern zieren. Denn der intellektuelle Besuch guckt immer zuerst auf die Bücher, und wenns schöne Mädchen sind, solls doch wenigstens nicht an den Büchern gelegen haben. Dann lieber:
Du bist kein Herzog mit fliegendem Namen, kein breiter Amerikaner mit indianischem Wuchs, mit waagrecht ruhenden Augen, mit einer von der Luft der Rasenplätze und der sie durchströmenden Flüsse massierten Haut, du hast keine Reisen gemacht zu den großen Seen und auf ihnen, die ich weiß nicht wo zu finden sind. Also ich bitte, warum soll ich, ein schönes Mädchen, mit dir gehn? Hörte ich dies aus Frauenmund, so müsste ich ob dieser schönsten aller Abweisungen sofort innerlich zerbrechen. (aus: Frank Kafka, Die Abweisung). Das gibts auch billig bei zweitausendeins als Werkausgabe für 7,99 EUR.

um 22:30 in /literatur  [#]