Samstag, 22. Mai 2004
Geballter Unverstand im EU-Ministerrat
...sorgt für ein knappes Ja zur
Patentierung von Algorithmen und bremst so den
Unternehmungsgeist in der Softwarewirtschaft.
Europa ist im Begriff, sich endgültig vom Ziel der Staats- und
Regierungschefs zu verabschieden, bis 2010 "wettbewerbsfähigste
wissensbasierte Region" zu werden, so Georg Greve von der FSFE.
Dem Mittelstand ist nur
anzuraten: Feuert eure kreativen Programmierer und heuert gleich mehrere gute
Patentanwälte an.
Einzige demokratische Hoffnung: neue Zusammensetzung des Parlaments nach den
Juni-Wahlen.
um 13:46 in /libresoft [#]
Bibliothek lässt bloggen
Die University of Minnesota Library hostet Blog-Accounts für ihre Benutzer,
um in bibliothekarischer Mission die, wie sie sagen,
intellektuellen wie akademischen Freiheiten zu gewährleisten. Da
könnte man sich hier mal eine Scheibe von abschneiden.
(über Info-commons)
um 13:25 in /biblio [#]
Donnerstag, 13. Mai 2004
Keybordspionage
Hören, was andere tippen. Eavesdroppers can decipher what is typed by
simply listening to the sound of a keystroke, according to a scientist at this
week's IEEE Symposium of Security and Privacy in Oakland, Calif.. (SearchSecurity.com,
über Slashdot)
um 23:58 in /netz [#]
Gedankenbankrott (Betrachtungen des Spiels, I)
Heute: Ein (kluger) Misanthrop über das Kartenspiel.
[Das Kartenspiel ist] der deklarirte Bankrott an allen Gedanken. Weil
sie nämlich keine Gedanken auszutauschen haben, tauschen sie Karten aus und
suchen einander Gulden abzunehmen. O, klägliches Geschlecht! Um indessen auch
hier nicht ungerecht zu seyn, will ich den Gedanken nicht unterdrücken, daß
man zur Entschuldigung des Kartenspiels allenfalls anführen könnte, es sei
eine Vorübung zum Welt- und Geschäftsleben, sofern man dadurch lernt, die vom
Zufall unabänderlich gegebenen Umstände (Karten) klug zu benutzen, um daraus
was immer angeht zu machen [...]. Aber eben deshalb hat andererseits das
Kartenspiel einen demoralisirenden Einfluß. Der Geist des Spiels nämlich ist,
daß man auf alle Weise, durch jeden Streich und jeden Schlich, dem Andern das
Seinige abgewinne. Aber die Gewohnheit im Spiel so zu verfahren wurzelt ein,
greift über in das praktische Leben, und man kommt allmählig dahin, in den
Angelegenheiten des Mein und Dein es eben so zu machen und jeden Vortheil, den
man eben in der Hand hält, für erlaubt zu halten, sobald man nur es gesetzlich
darf. Belege hiezu giebt ja das bürgerliche Leben täglich.
Schopenhauer, Aphorismen, Kap. II: Von Dem, was Einer ist (1851/1991).
um 23:41 in /literatur [#]
Montag, 10. Mai 2004
Russische Weisen
Hat jetzt wenig mit dem sonst üblichen Schmu hier zu tun, aber dennoch: eine
warme Empfehlung, sich die restliche Deutschland-Tour der russischen
Ska-Jazz-Karibik-Balkan-Band Pakava It
anzutun. Der Tubist war kurz vor dem Atem-Kollaps, die Menge dafür gut
gelaunt.
um 23:14 in /rest [#]
Anarchist in der Bibliothek
Trotz des Titels hat Siva Vaidhyanathans neues Buch The Anarchist in the
Library gar nicht so viel mit den Bibliothekarinnen am Hut. Ich habe es
noch nicht gelesen. Reviews sammelt und Gedanken drumrum schreibt der Autor
auch in seinem Blog.
Damit haben die (amerikanischen) Theoretiker der Rückeroberung der Public
Domain nun zwei dicke Brocken auf dem Buchmarkt -- und Lessigs Argumentation
und steter Verweis an den common sense sei wirklich jedem ans Herz gelegt;
Free Culture ist zudem sehr unterhaltsam
geschrieben.
um 23:14 in /copy [#]
Sonntag, 02. Mai 2004
Copyright Warriors 2: Sturmeinheiten auf Studentenbude
Razzia im Studentenwohnheim nach illegalem geistigen Eigentumsbesitz.
Es lauert nicht mehr nur der Gebührenmann, sondern die
Pirateriesondereinheit. Hier mehr.
(über Infocult)
um 22:46 in /copy [#]
Copyright Warriors 1: Un-fucking-believable
So ein Zitat des alten Herrn der Hollywoodlobby (seit 1966!), Jack Valenti,
im
Interview mit Keith J. Winstein vom MIT, als dieser ihm einen Workaround zum
Dekodieren einer verschlüsselten DVD demonstriert, um sie auf Linux ablaufen
lassen zu können.
Weitere Worte:
Let me put it in my simple terms. If you take something that doesn't belong to
you, that's wrong. Number two, if you design your own machine, you can't fuss
at people, because you're one of just a few. How many Linux users are there?
-- About two million --
Well, I can't believe there's not any -- there must be a
reason for... Let me find out about that. You bring up an interesting question
-- I don't know the answer to that... Well, you're telling me a lot of things
I don't know..
Grandioses Interview und Erkenntnisse über eine blinde Kontrollwut.
(über BoingBoing,
Copyfight).
um 22:41 in /copy [#]