Dienstag, 06. April 2004
Google will auch mitlesen
Mein die letzten Tage unerschütterlicher Glaube an einen wirklich guten Scherz der
Googlisten, die mit ihrem angekündigten E-Mail-Service für Aufsehen gesorgt
haben, wird immer brüchiger, nachdem das Thema auch in den Medienseiten der
Tageszeitungen ernsthaft diskutiert wird.
Eigentlich sollte die Tendenz ja gar nicht groß erschüttern: Private E-Mails
im Volltext indexieren und kontextabhängig davon dem Kunden die eingeblendete
Werbung maßschneidern. Dass man die privaten Botschaften also nicht mehr nur
mit gelangweilten System-Administratoren teilen muss, sondern auch mit
Computerprogrammen (und in letzter Konsequenz wohl auch Marketingexperten,
die eifrig Profile schneidern), ist nicht mal sonderlich schockierend.
Dabei liegt die Kryptographie für jedermann nur einen Steinwurf entfernt (Link zu GnuPG); interessieren wird es wieder
mal die wenigsten.
(Aardvark
speaks, taz vom 06.04.04)
um 21:16 in /netz [#]