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Sonntag, 29. Februar 2004

Philosophen-Unfall beim Schwäne ärgern
Der Freigeist Denis Diderot, am bekanntesten für seine Arbeit an der berühmten Encyclopedie, gleichzeitig Kumpel von Rousseau und Voltaire, berichtet am 17. September 1760 an Sophie Volland:

...Mir ist ein kleiner Unfall zugestoßen. Ich spazierte um einen großen Teich mit Schwänen herum. Diese Vögel waren sehr eifersüchtig über ihr Reich und kommen, sowie man sich im nähert, eiligst herbeigerauscht. Ich machte mir einen Spaß daraus, sie ein wenig in Bewegung zu bringen: kaum waren sie am einen Ende ihres Reichs angelangt, zeigte ich mich ihnen am andern. Dazu mußte ich aus Leibeskräften laufen, und dabei passierte es mir, daß ich mit dem Fuß gegen eine Eisenstange stieß, die einen der Hydranten verschloß, wie man sie im Umkreis geschlossener Gewässer anbringt. Der Aufprall war so heftig, daß die Stange an der Winkelstelle entzweibrach und fast auch meine Schuhschnalle. Mein Schienbein ist voller Schrammen und blau und rot angelaufen. Das hinderte mich nicht, über mein Malheur zu scherzen, durch das ich gezwungen bin, in Pantoffeln und das eine Bein auf einem Hocker gelager, still dazusitzen.

(übersetzt von Johanna Borek. In: Denis Diderot: Briefe, 1742 - 1781, ausgewählt u. hrsg. von Hans Hinterhäuser, Insel 1984, S. 111)

um 19:43 in /literatur  [#]